Hupes Welt 55 - 9. Dezember 2004

   

Getaped

Schwimmt ein Flummi im Wasser oder geht er unter? Wenn solche Fragen anstehen, ist es Zeit für das official Dinner. Und das war auch diesmal eine Frechheit. Es wurden an jeden Funktionär kleine Championstrophy-Imitate verschenkt. Und nach gut 90 Minuten sollten die Spieler doch dann bitte rausgehen, weil für sie woanders Essen bereitet war. Was macht man also stundenlang an seinem Platz? Man kann versuchen die kleinen Championstrophys auseinander zu bauen. Und als zuletzt die einzige Frau im Raum auch nach vorne gebeten wurde, johlte der ganze Saal. Glückwunsch.
Es ist Donnerstag morgen, gelangweilt liegt Horst auf seinem Bett rum. „Ich hab keine Lust auf Training.“ Wir gucken Fußball. Nachmittags geht’s wohl noch mal in die Stadt. Das wäre Rekord. Dreimal „Kultur“ während einer Reise!
Nur ruhig, er hat dafür nur eine Patrone
Training vorbei, Mittagspause im Cafe beim Hotspot und mit einem veralteten Spiegel. Dafür mit frischem und leckerem Cafe. Die Reise nähert sich ihrem Ende und so langsam sind auch alle urlaubsreif. Im Bus auf dem Weg zum Training ging es um eventuelle Umbuchungen auf dem Rückflug. Einige währen dann schneller zu Hause. Da griff Dieter auf die Pakistan-Erfahrung von Hans Baumgartner zurück. Der ist auch hier und hat die Änderungen angeregt. Dieter fragt, wer von Dubai wohin muss. „München“ –„Düsseldorf“ – „Hamburg?“ – „Malle!“ (Menkes). Apropos Menke. Treffende Beschreibung des Joungster durch Bernhard: „Außerhalb des Platzes hast du ja schon ne Riesenklappe. Du musst jetzt nur noch genauso spielen.“ Gerade – Tageswerk ist vollbracht (jede Menge Besprechungen und Mahlzeiten, dazwischen noch mal auf dem Liberty Market) – kommt mir Besagter bei der Bäderabteilung ganz begeistert mit seinem neu gekauften ferngesteuerten Auto entgegen. „Hupe, guck mal! Ich hab die Räder getaped !“ Stolz nimmt er Anlauf und lässt den Wagen in der Kurve gekonnt über den Marmor sliden.

Hallo, mein Name ist Christian Menke. Ich mag ferngesteuerte Autos
Der kurze Ausflug am Nachmittag brachte einige Schals und Eindrücke. Auf dem Weg sahen wir den Abschleppdienst von Lahore.
Abschleppdienst Atif Abdullah Lahore Mitte
Vornehmlich Juweliers, Tuchläden und Schuhverkäufer tummeln sich am Liberty Market. Die Juweliere sind gut beschützt und auch hier ist die Straße voll belebt. Ich hatte vor der Abfahrt zurück zum Hotel noch 15 Minuten Zeit und wartete an der Straße. Auf dem „Gehsteig“ war ein mobiler Schuster aufgebaut. Der Meister mit weißem Rauschebart, weißem Kaftan, erhabenem Schneidersitz und dem vollen Überblick über seine Werkstatt auf drei Quadratmetern. Ihm gegenüber ein Lehrling. Es wurden Absätze repariert. Hammer, Nägel, Farbe, Schmirgelpapier, Wasserpfeife, Schaulustige, Geldwechsler und viele Stöckelschuhe beherrschen die Szene. Auf einem winzigen Amboss schlägt der Meister in blinder Sicherheit auf die winzigen Absätze ein. Und zwar mit Wucht. Haut er daneben, muss er zwei Wochen unbezahlten Urlaub nehmen. Aber er haut nicht daneben. Nein, er unterhält sich mit dem vorbeikommenden Wachmann, bietet seine Pfeife an. Deren Mundstück wird selbstverständlich nicht direkt in den Mundgenommen sondern artig mit der Hand überbrückt. Schweigen, MP hängt am Wachmann und beobachtet wie sein Herr die mechanischen Handgriffe unseres Schusters. Ein Absatz ist repariert und wird noch nachgeschwärzt. Abwischen mit einem Tuch. Mundstück mit demselben Tuch abwischen. Der Meister raucht kurz, beobachtet seinen Lehrling. Er wartet, bis der einen Schuh fertig hat und schickt ihn los, die 500 Rupien eines Kunden zu wechseln. Im Übrigen werde ich ausnahmsweise überhaupt nicht beachtet. Schustairs


  Foto: Herbert Bohlscheid (info@sortfoto.tv)

Ist die Welt überhaupt zu retten?


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