Samstag, 10. Dezember - Sonntag, 18. Dezember in Chennai

Champions Trophy


Deutschland - Australien 1 : 4 (0:2)

Samstag, 10.12.2005 - 16.30 Uhr in Chennai


Deutliche Niederlage gegen den Olympiasieger und Turnierfavoriten


dha - Das Auftaktspiel zur Sahara Champions Trophy im indischen Chennai, dem jährlichen Turnier der sechs weltbesten Teams, haben die deutschen Herren am Samstagnachmittag indischer Zeit klar mit 1:4 verloren. Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Bundestrainer Bernhard Peters nahm das schnelle Spiel der Australier an und es entwickelte sich eine gute Partie. Durch eine krasse Fehlentscheidung des indischen Schiedsrichter Raghu Prasad geriet das deutsche Team in Rückstand. Ein Ball, der von außen durch ein Loch im Tornetz ins Tor geriet, wurde als reguläres Tor gegeben. In der Folgezeit konnte Australien diese Führung ausbauen, während das deutsche Team vor allem in der Chancenverwertung Mängel zeigte. Das 1:4 durch Zeller fiel zu spät, um noch einmal ernsthaft ins Spiel zurückzukommen.

Schon in der ersten Viertelstunde ging es hin und her. Hier hatten die Australier allerdings klare Vorteile. Deutschlands beste Chance hatte Sebastian Draguhn, der eine Vorlage von Matthias Witthaus nur Zentimeter am Tor vorbeischoss. Australien hatte vor allem durch Strafecken Torchancen, scheiterte jedoch erst einmal mehrfach am Berliner Ulrich Bubolz, der heute das deutsche Tor hütete. Dann die umstrittene Situation in der 15. Minute. Jamie Dwyer, der amtierende Welt-Hockeyspieler und Torschütze des Goldenen Siegtores für Australien im olympischen Finale gegen die Niederlande, schien Bubolz aus spitzem Winkel von der rechten Seite mit einem Schuss überlistet zu haben. Schiedsrichter Prasad gab das Tor, obwohl die deutschen Spieler intensiv protestierten und auf ein Loch im äußeren Tornetz hinwiesen.
„Noch in der Halbzeit hat Turnierdirektor Ken Reed mir bestätigt, dass das definitiv kein Tor war“, so Teammanager Dieter Schuermann. Während des Seitenwechsels wurde das Netz geflickt. Die Entscheidung jedoch blieb bestehen. Das deutsche Team brauchte einige Zeit, um sich wieder voll auf das Spiel konzentrieren zu können. In der Zwischenzeit verhinderte Bubolz, dass die Australier die Führung weiter ausbauten. Doch gerade als die deutsche Mannschaft besser ins Spiel kam und sich auch einige Chancen und Strafecken erarbeitete, kam Australien durch ein Kontertor des schnellen Nathan Eglington zum 0:2 (31.).

Pech für das deutsche Team, dass direkt nach Wiederanpfiff, als man sich vorgenommen hatte, selbst ein schnelles Anschlusstor zu schaffen, Dwyer, der zum Spieler der Partie gewählt wurde, mit einer perfekt verwandelten Strafecke das vorentscheidende 0:3 (37.) schaffte. Der Olympiasieger nutzte die entstehende Frustration und Verunsicherung geschickt aus. Nur Minuten später verhinderte der Fuß von Sebastian Biederlack das 0:4. Der daraus resultierende Siebenmeter konnte auch vom extra dafür eingewechselten Spezialisten Christian Schulte nicht gehalten werden, so das Brent Livermore zum 0:4 (40.) traf.
Es spricht für die Moral der sehr jungen deutschen Mannschaft, dass sie sich auch danach nicht aufgab. Im Gegenteil: Deutschland nahm das Heft in die Hand, holte noch genug Strafecken und Torchancen heraus. Aber das Manko blieb die Chancenausbeute. Mehrfach Christopher Zeller, Philip Witte, Sebastian Biederlack und Justus Scharowsky hatten Tore auf dem Schläger. Allein Zeller gelang in der 60. Minute das 1:4. Auf der anderen Seite blieben die Australier mit ihrem schnellen Konterspiel gefährlich, konnten aber auch nicht mehr erhöhen.

Das zu Unrecht gegebene erste Tor sorgte noch für Nachwirkungen nach dem Spiel. Der Weltverband hatte die Organisatoren noch im Vorfeld auf die offensichtlich brüchigen Tornetze hingewiesen. Der Generalsekretär des indischen Verbandes entschuldigte sich für das Vorkommnis. Schuermann: „Der Schiedsrichter hatte das Tor noch vor Partie kontrolliert und kein Loch entdeckt. Nach dem Tor hat er das Loch gesehen. Da hätte für ihn die Schlussfolgerung natürlich eigentlich logisch sein können, nämlich das Dwyers Schuss das Netz kaputt gemacht hat.“
Dennoch akzeptierte das deutsche Team die Niederlage. Schuermann: „Australien war besser, auch wenn das Ergebnis insgesamt zu hoch ausgefallen ist.“ Bundestrainer Bernhard Peters meinte: „Wir waren in der ersten Hälfte nicht aggressiv genug. Aber die Jungs haben in der Schlussphase gesehen, dass sie auch mit dem Olympiasieger mithalten können. Hier werden auch noch einige andere Mannschaften klar gegen Australien verlieren. Wenn wir an die Leistung der letzten 20 Minuten anknüpfen können, dann werden wir hier trotz der vielen Verletzten sehr gut mitspielen können.“ Nicht eingesetzt wurde heute Nico Sonnenschein. Moritz Fürste, der für den im Benefizspiel für die Erdbebenopfer am Donnerstag schwer verletzten Spielmacher Björn Emmerling (Außenmeniskus-Riss) nachnominiert wurde, trifft erst am heutigen Abend in Chennai ein.
Die Partie fand unter größter Schwüle statt, die sich nach dem Abpfiff in sintflutartigem Sturzregen entlud, was dazu führen kann, dass die weiteren Spiele des Tages sich verzögern oder sogar ausfallen.

 

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» Unser Team in Chennai


Spieltermine Deutschland
Samstag, 10.12.2005 - 16:30
    » GER - AUS   1:4 (0:2)
Sonntag, 11.12.2005 - 20:30
    » NED - GER   2:2 (1:0)
Dienstag, 13.12.2005 - 20:30
    » PAK - GER   4:4 (3:2)
Mittwoch, 14.12.2005 - 18:30
    » IND - GER   0:1 (0:1)
Freitag, 16.12.2005 - 16:30
    » ESP - GER   3:2 (1:0)
Sonntag, 18.12.2005 - 17:30
    » ESP - GER   5:2 (2:1)

Vorrunde
1.AUS5418:913
2.NED5313:910
3.ESP5313:129
4.GER5110:135
5.IND516:113
6.PAK5012:182

Torschützen:
15.'   0:1   Jamie Dwyer
31.'   0:2   Nathan Eglington
37.'   0:3   Jamie Dwyer (KE)
40.'   0:4   B. Livermore (7m)
60.'   1:4   Christopher Zeller

Strafecken:
Deutschland 5 (kein Tor)
Australien 4 (1 Tor)

Siebenmeter:
Deutschland 0
Australien 1 (1 Tor)



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